Frauen gebären keine Kinder für den Krieg

14. März 2018 0 Von Global-Gedacht

Am 27. Januar 2018 hatten wir das Vergnügen, Melissa Villegas, Vertreterin der Corporación Vamos Mujer in Kolumbien, zu empfangen. Dank der Unterstützung der Kampagne „Familien Fasttag“ der Katholische Frauen Bewegung reiste Vamos Mujer durch Österreich und machte ihre Arbeit sichtbar.

Diese gemeinnützige feministische Organisation fördert bei Frauen und Männern Werte wie Solidarität, Respekt, Gleichheit und Gerechtigkeit als Grundlage für die Beziehungen zwischen Menschen und mit der Natur. Dies geschieht durch die Förderung der ganzheitlichen Entwicklung von Frauen, ihrer Emanzipation sowie ihrer sozialen und politischen Positionierung und der ihrer Organisationen. Auf diese Weise beteiligen sie sich an der Errichtung eines dauerhaften und nachhaltigen Friedens in einem Land, der seit den 60er Jahren in einen bewaffneten Konflikt gestürzt wurde, dessen Ursachen jedoch Jahrhunderte zurückreichen.

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Obwohl die FARC (linksgerichtete Partei und ehemalige Guerillabewegung, die sich selbst als marxistisch bezeichnet) und die kolumbianische Regierung eine Vereinbarung getroffen haben, den bewaffneten Konflikt zu beenden, kann immer noch nicht von Frieden in Kolumbien gesprochen werden. Es muss betont werden, dass die FARC nicht der einzige Akteur im Konflikt ist; es sind auch die Paramilitärs, der kolumbianische Staat und hinter ihnen die multinationalen Unternehmen, die in Kolumbien wirtschaftlichen Interessen haben. Dazu kommen die Massenmedien, die sehr gut die Funktion erfüllen, die öffentliche Meinung zu manipulieren und die kolumbianische Gesellschaft zu entzweien  (um den Konflikt in Kolumbien  besser  zu verstehen, empfehle ich den Dokumentarfilm Colombia invisible).  Sich in Kolumbien für den Frieden einzusetzen ist  nicht einfach und man macht sich Feinde. Aus diesem Grund ist die Arbeit von Vamos mujer so wichtig und verdient unsere  Unterstützung.

 
Trotz der Komplexität der sozio-politischen Landschaft in Kolumbien glaubt Vamos mujer an den Frieden und arbeitet unermüdlich daran, dies zu erreichen. Sie tun es von unten, mit dem am stärksten vom Konflikt betroffenen Sektor der Gesellschaft: arme Frauen und / oder Bäuerinnen aus der Region Antioquia. Vamos mujer zeigt diesen Frauen, dass Gewalt in welcher Form auch immer nicht normal ist. Durch künstlerische Workshops, psychologische und rechtliche Begleitung werden Frauen darauf aufmerksam gemacht, dass sie Rechte haben, dass sie ihre Situation verbessern können und dass sie nicht alleine sind. Als ein Beispiel für die verschiedenen Arten von Gewalt gegen Frauen erzählte  uns Melissa über die Situation der Bäuerinnen in Kolumbien: Sie arbeiten das ganze Leben auf den Farmen, ohne  Eigentumsrechte, da normalerweise nur die Männer das Land besitzen, Sie arbeiten ohne Vertrag und daher ohne das Recht auf soziale Sicherheit oder staatliche Rente. Sie arbeiten auf dem Feld, und der Mann geht in das Dorf hinunter, um die Ernte zu verkaufen und behält das Geld. ExpertInnen aus verschiedenen Bereichen von Vamos mujer arbeiten mit BäurInnenfamilien zusammen und schlagen vor, die Rollen auf der Farm zu wechseln, damit Männer die Arbeit von Frauen schätzen lernen und Frauen andere Perspektiven haben können.

 
Mädchen und jungen Frauen finden in der Organisation ein sicheren und kreativen Raum, in dem sie lernen, sich selbst zu lieben und auch Strategien, um sich auf friedliche Weise vor sexueller, sozialer, kultureller und familiärer Gewalt zu schützen. In Bezug auf institutionelle Gewalt, bietet Vamos mujer eine rechtliche Begleitung in Fällen, in denen sich Frauen dazu entschließen, ihren Aggressor anzuzeigen, damit ihre Fälle von den Institutionen aus einer Geschlechterperspektive korrekt behandelt werden.

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Vamos Mujer ist auf verschiedene Weise in den Friedensprozess involviert; auf der einer Seite beteiligen sie sich an La Ruta pacífica (Der friedliche Weg, nationale Frauenbewegung, die für die Verhandlungslösung des bewaffneten Konflikts in Kolumbien arbeitet). Sie sind auch Teil der internationalen Bewegung der pazifistischen Frauen Women in Black. Auf der anderen Seite spielt die Organisation die Rolle als Beobachter in dem Friedensprozess in Kolumbien, da sie in den Gebieten arbeiten, in denen der Konflikt zuvor stattfand. Sie beobachten die Entwicklung des Friedensrozesses in diesen Gebieten und auf die neu auftretenden Akteure. Vamos mujer glaubt die Ermächtungen der Frauen und auf diese Weise bauen sie Frieden.

Video: Vamos Mujer für eine Zukunft ohne Gewalt

Carolina León Jiménez

AAI